Hier habe ich einige technische Daten zum THX-Soundsystem zusammengetragen. Hauptsächlich von www.hifi-regler.de.

 

THX - Hintergrundinformationen

 

THX - kaum ein Begriff in der Heimkino-Welt wird häufiger missverstanden. Kaum einer, um den sich mehr Mythen ranken. Für manche hat das Kürzel THX schlicht Kult-Character, andere meinen, THX-Lizenzen seien schlicht eine höchst profitable "Abzocke" des Lukasfilm-Gründers und StarWars-Erfinders George Lucas. Doch nur wenige haben sich bisher sachlich mit THX auseinander gesetzt. Grund genug für uns, dies hier einmal zu tun.

 

THX ist  kein  Soundsytem. THX ist ein Qualitätszertifikat

THX ist kein Tonsystem, sondern sozusagen eine Qualitätsauszeichnung die Filme und Geräte erhalten, sofern sie sich an die von THX aufgestellten Normen halten. In Verstärkern sind hierzu z.B. bestimmte Schaltungen zur Klangverbesserung nötig. Aber auch Lautsprecher und DVD-Spieler können mit diesem Logo ausgezeichnet werden. Filme die nach dieser Norm erstellt wurden, sind aber auch problemlos auf einer nicht THX-Anlage lauffähig.

THX ist kein eigenständiges Verfahren, sondern "nur" eine Klang-Lizensierung b.z.w. Norm von Lucasfilm (seit 1982). Bei THX müssen bestimmte Kriterien (von jedem Gerät) erfüllt werden, um nach einer Zahlung an das THX-Zertifikat zu kommen.

Die THX-Story

 

Fragt man bei Lucasfilm nach, wie es zu THX kam, so erfährt man folgendes: Der Filmemacher George Lucas hatte schon in seinen frühen Anfängen ein besonderes Engagement, seine Filme (Star Wars, Indiana Jones) mit fantastischen Soundkulissen und Toneffekten auszustatten. Dazu hatte er sich extra einen großen authentischen Kinosaal ("Dubbing Theatre") in seinen Studios auf der Skywalker-Ranch im kalifornischen Marin County aufgebaut, um sicher zu stellen, dass seine Soundtracks beim späteren Vorführen in den Kinos tatsächlich die beabsichtigten Effekte genau so wiedergaben, wie sie abgemischt wurden.

Doch als er seine eigenen Filme später als Zuschauer erlebte war George Lucas nicht selten sehr enttäuscht. In jedem Kino klangen seine Filme anders, und vor allem blieben sie fast immer hinter ihrem Potential zurück. Als Gründe hierfür erkannte George Lucas im wesentlichen zwei Schwachpunkte: Kinos waren großenteils raumakustisch schlecht ausgestattet und sie nutzten für die Ton-Wiedergabe ungeeignete Elektronik-Komponenten oder Lautsprecher. Einem kreativen Macher-Typen wie George Lucas ließ es keine Ruhe, dass ein Zuschauer den Sound seiner Filme nur höchst zufällig einmal in ein seiner ganzen Qualität genießen konnte. Und so ward die Idee geboren, eine Qualitäts-Norm, ein Art Güte-Siegel zu schaffen, das nur den jenigen Kinos verliehen werden sollte, die in jeder Beziehung so ausgestattet sind, dass in ihnen George-Lucas-Filme optimal wiedergeben werden können. Zusammen mit seinem Chef-Toningenieur Tomlinson Holman entwickelte George-Lucas in seinem Dubbing Theatre umfassende Kriterien-Kataloge und Kinos, die diese Kriterien erfüllten durften und sollten dies den Zuschauern signalisieren: mit dem THX-Logo. Was die Abkürzung THX wirklich bedeutet, konnten wir übrigens nie schlüssig in Erfahrung bringen. Es gibt dazu mehrere Theorien: Möglich ist, dass THX die Abkürzung sein sollte für "Tomlinson Holman's eXperiments" oder "Tomlinson Holman's Crossover" (U.a. entwickelten die Beiden eine Frequenzweiche (engl.: crossover) für THX-Lautsprecher und "X" wird im englischen gerne als Kürzel für "Kreuzung" verwendet.) Mitunter wird auch die Meinung vertreten, dass THX an einen frühen Filmtitel von George Lucas, an "THX 1138" anknüpft.

Im Laufe der Jahre wurde THX ausgedehnt. Nicht nur Kinos, sondern auch Filme durften sich mit dem THX-Logo auszeichnen - sofern sie die strengen Kriterien von Lucasfilm erfüllten. So war für kommerzielle Kinos eine konsequente Normierung geschaffen. Lucasfilm gliederte seine THX-Division aus den Lucasfilm-Studios der Skywalker-Ranch aus und konzentrierte THX in San Rafael, nördlich von San Francisco. Mittlerweile wurde mit der Gründung der THX Limited auch firmenjuristisch eine Trennung vollzogen. Da in den USA das Thema Home Theatre von je jeher eine ganz andere Dimension hatte, als in Europa, wurde die THX-Idee frühzeitig auch auf diesen Bereich ausgedehnt: THX Home. Damit wollen wir uns im Folgenden näher befassen.

THX Home

 

Eines dürfte nach dem oben geschriebenen schon klar geworden sein: THX Home ist kein Verfahren zur Tonübertragung, wie etwa Dolby Digital oder Dts. Es ist auch kein Verfahren zur Erzeugung unterschiedlicher Klangkulissen, wie Yamaha's DSP-Programme. THX ist eine Norm, die geschaffen wurde, um Software (DVDs) authentisch auf Hardware (Heimkino-Elektronik und -Lautsprecher) abzuspielen. So gibt THX sowohl den Studios (Software-Herstellern), als auch den Elektronik- und Lautsprecher-Herstellern eine sichere Richtlinie, was und wie sie produzieren müssen, um auf dem richtigen Pfad zu sein. Gleichzeitig haben die Zuschauer die Sicherheit, mit einem durchgängig nach THX-Normen produzierten System (und idealerweise auch nach THX-Vorgaben gemasterten DVDs) den optimalen Heimkino-Genuss zu erhalten. Damit ist THX einmalig und mit keinem System auch nur annähernd zu vergleichen.

THX Home nähert sich dem optimalen Heimkino-Hörerlebnis über die Original-Akustik des Kinofilms. Da der heimische Hörraum eine völlig andere Akustik aufweist als ein Kino, gleicht THX Home das Klangbild des Films an die veränderten raumakustischen Bedingungen an. Dies geschieht durch eine ausgeklügelte Nachbearbeitung, die im Folgenden genauer vorgestellt werden soll.  Es gibt bei THX Home auch elektronische Möglichkeiten, um zum Beispiel die akustischen Auswirkungen einer nicht hundertprozentig idealen Lautsprecheraufstellung zu korrigieren. Bei THX Home findet das "Sound-Tuning" in Form einer speziellen Nachbearbeitung (Postprocessing) statt. Stark vereinfacht bedeutet dies: Erst kümmert sich ein Prozessor um die Decodierung, anschließend kommt ein zweiter Prozessor zum Einsatz, der das sogenannte "Post Processing" durchführt, bei dem die exakte, THX-gerechte Nachbearbeitung nach spezifischen Tonparametern erfolgt. Physikalisch sind diese Prozessoren im THX-Verstärker / -Receiver auf einem einzigen Motorola-Chip untergebracht. Eine solche THX-zertifizierte Heimkino-Komponente ist also tatsächlich elektronisch anders aufgebaut, als ihre nicht-THX-zertifizierten Konkurrenten.

THX Postprocessing Stage          THX Home Theatre Test-Raum in San Rafael, Kalifornien

Bei Lukasfilm findet auf der Skywalker-Ranch die Sound-Abschmischung der Kinofilm-Produktionen statt (siehe Bild oben, Postproduction Bühne) und bei der THX Division in San Rafael wird geprüft, wie die Abmischungen in der akustischen Umgebung eines typischen Home Theatres ankommen (siehe oben rechtes Bild).

"THX Ultra" und "THX Select"

 

THX-Zertifikate im Home-Cinema-Bereich unterscheiden sich grundsätzlich in zwei Klassen:
THX Ultra und THX Select. Emtsprechend die Logos, die auf den THX-zertifizierten Komponenten zu sehen sind:

Das THX Ultra-Logo

Das THX Select Logo

 

Ursprünglich gab es nur ein THX. Etwa 1999 wurde dann THX Select als kostengünstigere Variante der THX-Norm geschaffen, die vor allem für kleinere Hörräume geeignet sein sollte. Gleichzeitig wurde zur besseren Unterscheidung die bisherigere, strengere Norm in THX Ultra umbenannt. Ganz allgemein kann man sagen, dass die Select-Variante weniger streng in der bei THX Ultra kompromisslosen Auslegung des Equipments ist. Manche Puristen und Freunde des "richtigen“THX" sehen in THX Select eine unerwünschte Verwässerung des ursprünglichen Systemgedankens. Doch wer THX und Lucasfilm kennt, der weiß, dass dies keineswegs so ist. THX-Select und THX-Ultra unterscheiden sich definitiv nicht im Klang, sondern im wesentlichen in den Leistungsreserven der Endstufen und Lautsprecher. Unterschiedlich ist auch die Übernahmefrequenz des Subwoofers und der bei THX Ultra zwingend vorgeschriebenen Einsatz von Dipol-Lautsprechern für die zwei Surroundkanäle eines THX 5.1-Systems. Bei der Select-Variante werden diese zwar ebenfalls empfohlen, man kann jedoch auch ein THX-Select-zertifiziertes System ohne Dipole aufbauen. 

Die Charakteristik der Lautsprecher ist bei THX Ultra exakt festgelegt: Abstrahlwinkel, Dynamik-Umfang und Frequenzgang sind sehr eng definiert. Ebenso ist die Aufstellung eine Wissenschaft für sich. Denn nur, wenn alles hundertprozentig stimmig und exakt eingemessen ist, ist die Erfüllung des THX Ultra-Standards gewährleistet. Bei THX Select ist man da großzügiger, auch die Aufstellung der Lautsprecher ist wesentlich einfacher.

Während die Subwoofer-Übernahmefrequenz bei THX Ultra bei 80 Hz liegt, wurde sie bei der THX Select-Norm auf 100 Hz heraufgesetzt. THX Select soll für kleine bis mittelgroße (ca. 30 m²), THX Ultra für große Hörräume (ca. 40 m²) geeignet sein. Aufgrund der Unterschiede in der für das jeweilige System empfohlenen Raumgröße sind auch die Anforderungen an die Performance der Endstufen unterschiedlich, d.h. die vorgeschriebenen End- und Vorverstärker-Leistungsprofile unterscheiden sich.

THX Ultra und THX Select im Vergleich

 

Feature / System

THX Ultra

THX Select

Front

Abstrahlwinkel und Frequenzgang streng limitiert

Abstrahlwinkel und Frequenzgang großzügiger

Surround

Dipole Pflicht

Dipole empfohlen

Subwoofer- Übernahmefrequenz

80 Hz

100 Hz

Schalldruck

bis 105 dB

bis 105 dB

Leistungsprofil (THX-Wortlaut)

Mehr Ausgangsleistung als der normale AV-Verstärker oder AV-Receiver. Hält die striktesten Anforderungen an geringes Grundrauschen und geringe Verzerrung ein. Ist ausgelegt für die Leistungsbedürfnisse großer Hörräume

Ausgangsleistung soll exakt den Bedürfnissen von Mehrkanal-Software entsprechen. Aufbau des AV-Verstärkers/Receivers einfacher und damit kostengünstiger. Weniger Leistung für kleine bis mittlere Hörraumgrößen 

Empfohlende Raumgröße

40 m² bei 2,5 m Raumhöhe

30 m² bei 2,5 m Raumhöhe

Lautsprecheraufbau

Komplizierter Aufbau für perfektes Klangbild

Aufbau einfacher und flexibler

 

Keine Unterschiede zeigen sich bei beiden THX-Varianten hinsichtlich der Arbeitsweise der Nachbearbeitungs-Prozessen, die das THX-Postprocessing übernehmen, was im Folgenden noch konkreter vorgestellt wird.

THX Ultra II

 

Eine aus THX Ultra heraus weiterentwickelte Variante ist THX Ultra 2, das sich durch folgende Besonderheiten auszeichnet:

Das THX Ultra 2-Logo

  • THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die EXtended Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. So bietet THX Ultra II auch ein erweitertes digitales Post Processing.

  • Neu bei Ultra II: Die Aufteilung in Music- und Cinema-Mode. Der Cinema Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe (neu: ASA (Advanced Speaker Array) soll die Vorteile von Extended Surround akustisch optimal ausnutzen und alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher optimal aufeinander abstimmen, bei DTS ES Discrete 6.1 wird der zusätzliche diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen). Man kann einstellen, wie weit die beiden Back Surround Lautsprecher voneinander entfernt sind. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA richtig arbeiten kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER" für Abstände von unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände zwischen beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2 Meter sind.

  • Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und  Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für eine präzise Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich gut. 

  • Ebenfalls neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in bestimmten Fällen für eine störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.

Das THX Equipment

 

Für THX Home benötigt der Heimkinobesitzer, wenn es nach den Vorgaben von THX geht, spezielles Equipment. Durch die oben vorgestellten Eigenheiten des THX-Systems sollten - will man die optimale Performance erzielen - durchweg THX-zertifizierte Komponenten zum Einsatz kommen. Dipole für hinten gehören im wahrsten Sinne des Wortes zum "guten Ton". Ebenso kommen nur Verstärker und Receiver, die die strengen Auflagen erfüllen und sich durch ein THX-Zertifikat auszeichnen, in Betracht. Von vielen Heimkinofans hören wir immer wieder die Frage, ob denn mit den für Filme optimierten THX-Lautsprecher-Sets auch Musikgenuss auf hohem Niveau möglich ist. Schließlich sollen Dipole als Surroundlautsprecher zwar einem diffusen Klangbild eines Kinostreifens zuträglich sein, aber Direktstrahler stehen in dem Ruf, bessere Ergebnisse bei einer Musikübertragung zu liefern. Für den Anwender sehr praktisch geht Denon mit dieser Problematik um: So kann man beispielsweise bei den THX-Modellen dieses Herstellers gleich 2 Surroundlautsprecher-Paare anschließen und im On-Screen-Menü bestimmen, wann welches Paar mitläuft: So können dann in den THX-Filmprogrammen die Dipolstrahler ihr Können zeigen, während in DVD-Audio, oder anderen Modi, die für die Musikwiedergabe geeignet sind, die Direktstrahler angesteuert werden. Für den Heimkinofreund, der auch noch ausgesprochener Musikliebhaber ist und bereit ist, viel Geld in seine Liebe zur Perfektion zu stecken, empfiehlt es sich aber trotzdem, ein Lautsprecherset für den Filmgenuss (THX) und einen musikalisch ausgerichteten zweiten Boxensatz für die Musikwiedergabe zu betreiben - denn auch THX-Frontboxen sind, von Ausnahmen abgesehen, nicht immer dazu geeignet, highfidele Kenner klanglich zufrieden zu stellen. Eine andere Möglichkeit: Es gibt auch exzellente, Nicht-THX-zertifizierte Heimkinolautsprecher, die hervorragend auch in Verbindung mit THX-zertifizierten AV-Verstärkern oder -Receivern klingen und nicht selten auch noch ein ordentliches Leistungsprofil im Musikbetrieb mitbringen. Wer sich also einen AV-Verstärker mit THX-Zertifikat zulegt, sollte keinesfalls nur ein THX-zertifiziertes Lautsprecherset dazu in Erwägung ziehen, sondern sich verschiedene Lautsprechersysteme am besten im direkten Vergleich mit dem dazu ins Auge gefassten Verstärker oder Receiver anhören. Ein THX-Zertifizierter AV-Verstärker oder -Receiver (am besten THX Ultra wegen der höheren Leistungsreserven) kann gerade bei forciertem Einsatz empfehlenswert sein, denn um das THX-Siegel zu erhalten, muss das Gerät auch bestimmte Anforderungen bezüglich der Stabilität des Netzteils und der Belastbarkeit der Endstufen erfüllen.

THX Surround EX

 

Das erste 6-Kanal-System von Dolby kam in Kooperation mit THX Lucasfilm unter der Bezeichnung THX Surround EX auf den Markt. Heute hat sich bei Nicht-THX-Systemen die Bezeichnung Dolby Digital EX 5.1 (oder 6.1) durchgesetzt. Beide Systeme arbeiten technisch nach einem identischen Prinzip und ergänzen das bekannte 5.1-System durch einen einen zusätzlichen Back Surround-Kanal dessen Lautsprecher in der Mitte der Rückwand des Heimkino-Raums positioniert ist. Deshalb wird der Back-Kanal auch mitunter Back-Center genannt. Damit wird zum einen eine räumlichere Klangkulisse für Surround-Effekte erzeugt, zum anderen lassen sich so ganz spezielle Effekte erzeugen, die mit 5.1 nicht möglich sind. Beispiel: Eine Gewehrkugel zischt dynamisch über die Köpfe der Zuschauer hinweg und schlägt krachend in der Mitte der Rückwand ein ("Der mit den Wölfen tanzt"). Oder in "U-572" tropft es im U-Boot so von der Decke, dass man sich unwillkürlich auf dem Kopf das Wasser wegwischen will. Der 6-te Kanal ist nicht diskret im Soundtrack enthalten, sondern wird via Matrix-Decodierung beim Abspielen in Echtzeit erzeugt. Das folgende Schema macht dies deutlich:

Quelle: Lucasfilm Ltd

Mehr zum Thema 6-Kanal-Systeme (auch unter DTS) finden Sie im HIFI-REGLER Dolby Digital EX / DTS ES 6.1. Bei THX Surround EX 7.1 kommen zwei Back Surround-Speaker zum Einsatz. Diese werden nach der THX-Vorschrift in der Mitte des Hörraums mit geringem Abstand voneinander und räumlich hinter den Dipolen für die Surroundkanäle plaziert. Da es sich bei dem Back-Surround-Signal um einen Mono-Kanal handelt, liefern auch bei 7.1 beide Back Surround-Lautsprecher ein identisches Signal. (Strenggenommen ist daher die Bezeichnung 7.1 irreführend, denn der bisherigen Logic der Bezeichnungen 5.1, 6.1. u.s.w. folgend würde man bei 7.1 sieben dedizierte Kanäle erwarten, was eben nicht der Fall ist.) Ziel des auf 7.1 erweiterten THX Surround EX ist, die klanglichen Veränderungen, die bei lediglich einem Back Surround Speaker durch eine leicht veränderte Sitzposition oder durch Bewegungen des Zuhörers Disharmonien beim Empfinden der Räumlichkeit der von hinten kommenden Effekte verursachen könnten, durch einen zusätzlichen Back Surround Speaker zu kompensieren.

THX-Optimode

 

Der THX-Optimode ist kein neuer THX-Format, sondern lediglich Testsignale auf der DVD zur optimalen Justage der Anlage auf die betreffende DVD.

 

THX Optimode ist die neueste Entwicklung des THX Digital Mastering Program, die aus einer Reihe von Tests besteht, die es jedem Heimkinofreak ermöglichen, seine Anlage exakt auf die gerade im DVD-Player liegende Optimode-DVD in Bild und Ton feinzutunen. Die erste DVD, die das neue Feature unterstützen wird, ist Fight Club in der Special Edition von Twentieth Century Fox. In den kommenden Monaten wird das Angebot stetig ausgebaut werden.

Die Tests, die sowohl auf NTSC, als auch auf PAL-DVD´s aufgespielt werden können, bestehen aus Videotests, die bei der optimalen Einstellung und Konfiguration des TV bzw. Videobeamers hilfreich sind, sowie aus Audiotests, die garantieren, dass die Tonanlage perfekt konfiguriert ist.

Das besondere an diesen Tests liegt jedoch in der Tatsache, dass die Messsignale identisch mit den Referenzsignalen sind, die bei der Endabmischung der betreffenden DVD verwendet wurden. Dadurch lässt sich die Heimkinoanlage exakt und individuell auf jede einzelne DVD mit THX Optimode abstimmen. Ziel des ganzen Aufwandes ist, das der Ton und insbesondere auch das Bild genauso im Heimkino erscheinen, wie es der Produzent gedacht hat. Angenommen der Produzent wollte durch eine bestimmte Farbgebung eine ganz bestimmte Stimmung im Film aufkommen lassen, so funktioniert das im Heimkino nur, wenn auch der Bildschirm zuhause genauso abgestimmt ist, wie der im Studio. Das ist dank THX Optimode weitestgehend garantiert.

Die Bedienung von THX Optimode fällt ebenfalls leicht: eine Software auf der DVD beinhaltet alle Tests. Das sind im Einzelnen Videotests für die Einstellung von Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Kontrolle des richtigen Verhältnisses von Bildlänge zu Bildbreite und eine Möglichkeit die Qualitäten des Monitors im Allgemeinen zu testen. Hinzu kommen noch Audiotests für Phase der Lautsprecher, Anschluss der Lautsprecher und die Übergangsfrequenz des LFE (Subwooferkanal). Bei einigen Tests wird auch klar herausgestellt, wann ein Fachmann zu Einstellungen hinzugezogen werden muss.

THX Home - Die Nachbearbeitung

 

Das zentrale und wichtigste Element von THX Home ist das Postprocessing. Dabei wird im THX-zertifizierten AV-Verstärker oder AV-Receiver der Strom digitaler Tondaten so umgewandelt, dass er dem Wohnzimmer oder dem Heimkino-Raum in einer privaten Wohnumgebung gerecht wird. Fehlt diese Nachbearbeitung und wird sie nicht beim Mastering der DVD berücksichtigt (was i.d.R. nicht der geschieht), so wird zuhause eine ziemlich ungeeignate Klangkulisse aufgespielt - nämlich die für kommerzielle Kinos mit 200 oder mehr Sitzplätzen. Paradoxerweise fällt dies umsomehr auf, je besser ansonsten die eingesetzten Komponenten sind. Betrachten wir uns das Postprozessing etwas genauer:

Bass Management

 

In kommerziellen Kinos kommen riesige Lautsprecher hinter einer perforierten Leinwand zum Einsatz. Diese sind mit extrem großen Bass-Chassis und ebenso großen Hornaufsätzen ausgestattet, was sie in in die Lage versetzt, das gesamte Frequenzspektrum spektakulär und mit vollem Bass wiederzugeben. Ganz anders ist die Situation im Heimkino-Wohnzimmer. Hier kommen im Frontbereich naturgemäß kleinere Lautsprecher zum Einsatz, die mit der geforderten Tiefbass-Wiedergabe überfordert wären. Deshalb setzt THX eine spezielle Frequenzweiche ein, um den Bass unterhalb eines Schwellwertes von 80 Hz (100 Hz bei THX Select) von den Main- und Center-Speakern mit 24 dB/Oktave auszublenden und zum Subwoofer umzuleiten. Auch bei 5.1-Systemen, bei denen es ja mit .1 bereits den Subwoofer-Kanal gibt, werden so zusätzlich Bass-Anteile der Front-Speaker im Subwoofer-Kanal zusammengefasst. Im Ergebnis wird im Heimkino die gleiche Sound-Kulisse wie im kommerziellen Kino erreicht, allerdings mit anderen Mitteln.

Bass Peak Manager

 

Der lauteste Teil eines Film-Soundtracks ist der Bass, der von den an dem LFE-Kanal angeschlossenen Subwoofern ausgeht. Wird ein Dolby Digital-Soundtrack abgespielt, so kann es vorkommen, dass der Subwoofer Bassanteile übertragen muss, die seine Leistungsfähigkeit übersteigen. Folge sind unangenehme Klangbeeinflussungen wie Durchschlagen des Subwoofers oder Verzerrungen. Um dem entgegen zu wirken, gehört zur THX-Nachbearbeitung auch der Bass Peak Manager, der den Bass ab einem bestimmten Peak "beschneidet". Der Peak sollte so eingestellt sein, dass er dem Leistungsprofil des verwendeten Subwoofers entspricht. Folge: Durch die Eingrenzung des Bassbereichs bleibt ein sauberes Klangbild gewahrt.

Re-Equalization

 

Kommerzielle Kinos passen den Klang mittels spezieller Equalizer-Kurven ("X-Kurve") an ihre spezifische Raumakustik an. Ton-Mixer kennen diese sog. "X-Kurve" und mischen die Soundtracks entsprechend ab, was im Ergebnis meistens zu einer Höhenanhebung führt, insbesondere, wenn der Film mit THX-Equiment abgemischt wird. Hintergrund dieser Überlegungen ist, dass in großen Kinoräumen stets die Gefahr besteht, dass die Höhen auf den hinteren Plätzen nicht mehr gut verstanden werden. Da diese Problematik in einem normalen Heimkino-Wohnzimmer nicht besteht, können die verstärkten Höhen aufdringlich wirken. Um dies zu vermeiden hat THX das Re-Equalising eingeführt, das die zuvor angehobenen Höhen wieder auf Normalmaß absenken soll. Da aber nicht alle Filme mit THX-Equipment abgemischt werden, oder überhaupt die Höhen angehoben haben, bieten die meisten THX-Verstärker oder -Receiver die Möglichkeit, das Feature Re-Equalizing unabhängig von den übrigen THX-Zusatzschaltungen zu aktivieren oder zu deaktivieren.

Adaptive De-Korrelation

 

Nach der THX-Theorie werden Surround-Kanäle dann optimal wahrgenommen, wenn es dem Zuschauer nicht möglich ist, die Quelle des Schalls zu lokalisieren. Der Surround-Kanal soll den Raum so mit indirektem Schall erfüllen, dass eine möglichst realistische Atmosphäre entsteht. Hintergrund ist die Überlegung der Filmregisseure, dass vom Bild losgelöste Toneffekte die Konzentration der Zuschauer stören. Daher besteht der Surroundkanal größtenteils aus Umgebungsgeräuschen mit nur gelegentlich gezielten Effekten (Beispiel: Straßenlärm mit einem Lastwagen, der von links nach rechts durchfährt). Im "richtigen" Kino wird Nicht-Ortbarkeit durch weite Lautsprecherreihen an den Seiten- und Rückwänden erreicht. Im Heimkino könnten die einzelnen Surround-Lautsprecher jedoch ortbar sein. Hier tritt die De-Korrelation von THX ein: Sie verschiebt die Signale der Surround-Kanäle in ihren Frequenz- und Phasenbeziehungen ganz leicht - gerade so dass es nicht auffällt, aber doch soviel, dass die Signale vom Ohr als unterschiedliche Schallereignisse wahrgenommen werden. Diese Technik wird zusätzlich von der speziellen THX-Lautsprecher-Technik unterstützt. 5.1-Systeme machten die ursprünglich für Dolby ProLogic vorgesehene Dekorrelation weitgehend überflüssig, da es sich hier ja um unabhängige Surroundkanäle handelt. Daher wurde die Dekorrelation entsprechend angepaß und fortan "Adaptive Decorrelation" genannt. Dabei ist die Dekorrelation nicht mehr ständig eingeschaltet, sondern schaltet sich abhängig vom jeweilgen Inhalt der Surroundkanäle an und aus. Wenn ein monaurales Surround-Signal erkannt wird schaltet sich die De-Korrelation innnerhalb von weniger als einer Sekunde zu und erzeugt den o.g. Effekt. Bei diskreten Surround-Signalen links und rechts bleibt die Adaptive De-Korrelation abgeschaltet.

Timbre Matching

 

Bei THX Lucasfilm erkannten die Tonmeister, dass sich ein Geräusch im Klang verändert, wenn es von den Front-Lautsprechern auf die Surroundknäle wechselt. Zum einen hängt dies mit dem menschlichen Gehör zusammen, das Töne von hinten und vorne unterschiedlich wahrnimmt, zum anderen liegt dies an an der unterschiedlichen Bauart der Front- und Surround-Lautsprecher im THX-System. Daher wird der Surround-Kanal vor der Dekorrelation über einen weiteren Equalizer geführt, der die Aufgabe hat, die Klangfarbe des Surroundtons an die der vorderen Kanäle anzupassen. Diese Filterschaltung wird von THX Timbre Matching benannt.

Loudspeaker Position Time Synchronisation

 

Im Idealfall hat der Center eines 5.1-Lautsprechersystems zu jedem anderen Lautsprecher einen identischen Abstand. In der Praxis eines Heimkino-Raums jedoch sieht dies oftmals anders aus: Da sind dann zum Beispiel die Surroundlautsprecher wesentlich weiter vom Center-Speaker entfernt als die beiden Hauptboxen vorne. Die hier beschriebene Funktion erlaubt es, dieses Manko auszugleichen: Jeder Kanal kann in Bezug auf seine Delay-Time passend zu der jeweiligen Lautsprecherposition digital eingestellt werden: So kommt der Klang ohne störende Verzögerungen und mit der richtigen räumlichen Tiefe am Ohr des Zuschauers an.

THX LIZENZIERTE DISNEY - DVD´s

 

THX-Filme werden in einem speziellen Kino, dem so genannten Dubbing-Theatre, abgemischt.

 

Bei THX-Software handelt es sich um "gewöhnliche" Filme, deren Mastering und Reproduktion von THX-Technikern überwacht wurde. Dies sollte eine hohe Qualität sichern. Dass das nicht immer ein "perfektes" Ergebnis garantiert zeigen viele Veröffentlichungen, die trotzt THX-Siegel viele Fehler aufweisen.

ALADDIN

ATLANTIS

BÄRENBRÜDER

BAMBI

CARS

DAS GROSSE KRABBELN

DER KÖNIG DER LÖWEN

DER SCHATZPLANET

DIE MONSTER AG

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST

DIE UNGLAUBLICHEN

FINDET NEMO

LILO UND STITCH

MARY POPPINS

PINOCCHIO

TARZAN

TOY STORY 1

TOY STORY 2

 

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THX-Links

 

Autor: Detlev Schnick - letztes Update: 06.09.2004
Quellen: Das Bildmaterial stammt von Kenwood und THX Lucasfilm. Für die Textinformationen zu THX wurden z.T. offizielle Quellen von THX Lucasfilm, das Fachbuch "Surround & Vsion" von Peter Finzel, sowie Infos aus dem Special "THX und DSP" von Carsten Rampacher, AREADVD genutzt.

Weiterführende Infos zu THX finden Sie auf der offiziellen Website von THX Lucasfilm.

 

THX-Trailer zum runterladen und ansehen.

www.digital-digest.com

www.thx-trailer.com

members.aol.com/mperlitsch

www.matthias-luft.de

 

Wenn kein THX-Schild die Anlage/Software ziert, heißt das noch nicht, dass es schlecht ist, sondern der Hersteller hat sich vielleicht nur die teuren Lizensierungskosten gespart.

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung am 17. August 2005